Respektvolle
Gefangenschaft
Richard Löwenherz’ Gefangenschaft in Dürnstein war wohl weniger hart als überliefert und von Respekt sowie standesgemäßer Behandlung geprägt gewesen sein.
Die Gefangenschaft von Richard Löwenherz
Der Beitrag hinterfragt die verbreitete Vorstellung, Richard Löwenherz habe in Dürnstein unter besonders harten Haftbedingungen gelitten. Über das tatsächliche Verhältnis zwischen Richard Plantagenet und Hadmar II. von Kuenring ist wenig bekannt. Wahrscheinlicher ist, dass der englische König während seiner Gefangenschaft vergleichsweise gut behandelt wurde.
Hadmar musste auf Richards Gesundheit achten, da ein hohes Lösegeld erwartet wurde und Richard als Teilnehmer des Dritten Kreuzzugs standesgemäß zu behandeln war. Zugleich dürfte Hadmar von der Begegnung mit einer der faszinierendsten Persönlichkeiten seiner Zeit profitiert haben. Gespräche mit dem berühmten Krieger, Abenteurer und Herrscher machten die außergewöhnliche Situation auch für den Gastgeber interessant.
Gegenseitige Wertschätzung statt bloßer Gefangenschaft zeichnet ein differenzierteres Bild von Richards Aufenthalt in Dürnstein im Winter.
AUTOR: Dr. Gottfried Thiery
Dr. Gottfried Thiery ist gebürtiger Dürnsteiner, Rechtsanwalt und engagierter Bewahrer des kulturellen Erbes der Wachau. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit der Geschichte Dürnsteins, Richard Löwenherz und Alienor d'Aquitaine. Als Autor, Herausgeber und Kenner der Region verbindet er historische Forschung mit persönlicher Leidenschaft.